Lehrveranstaltungen und Krediktpunkte

Im Vorlesungsverzeichnis (zum Beispiel für die Uni Basel) finden Sie alle Lehrveranstaltungen. Sie können sich eine persönliche Merkliste anlegen und damit Ihr individuelles Vorlesungsverzeichnis für das kommende bzw. aktuelle Semester erstellen. Häufig geht bereits aus der Bezeichnung der Veranstaltung hervor, ob sie sich speziell an Studienanfänger/innen richtet («Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft» oder «Allgemeine Betriebswirtschaftslehre I»).

Module sind inhaltlich zusammenhängende Studieneinheiten, die in der Regel aus mehreren Studienleistungen bestehen und mit einer Modulprüfung validiert werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Lehr- und Arbeitsformen aufgeführt, aus denen sich die Module zusammensetzen. Es gibt v. a. folgende (Haupt-)Typen universitärer Lehrveranstaltungen:

  • Vorlesungen sind wissenschaftliche Vorträge, welche die Dozierenden aus einem Manuskript «vorlesen», während die Studierenden zuhören und mitschreiben. So kann einem grösseren Publikum ein Überblick über das Fachgebiet gegeben oder der Stand von Literatur und Forschung zu einem Themenkreis referiert werden. Wer in den Vorlesungen nur passiv Wissen aufnimmt, ohne seine Mitschriften («Skripten») zu verarbeiten und ergänzende Fachliteratur beizuziehen, wird nur wenig profitieren. 
  • Übungen, Grund-, Sprach- und Lektürekurse ergänzen die Vorlesungen in Gruppenveranstaltungen und dienen dazu, erforderliche Arbeitstechniken interaktiv «einzuüben».
  • Seminare und Proseminare sind meistens thematisch auf Vorlesungen abgestimmt. In diesen interaktiven Lehrveranstaltungen werden auf der Basis von Beiträgen der Teilnehmenden in gemeinsamer Diskussion bestimmte Themen bearbeitet. Das Proseminar führt in ein Fachgebiet ein, indem Methoden vorgestellt und eingeübt und ein Überblick vermittelt werden. Im Seminar wird ein einzelnes Thema in gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit vertieft. Die Studierenden übernehmen Protokolle, Gruppenarbeiten und Referate. Eine wichtige didaktische Zielsetzung der Seminarstufe ist neben der Übung in Literaturrecherchen, dem Verfassen von Seminararbeiten und dem Halten von Vorträgen die Teilnahme an themenzentrierten Diskussionen.
  • Praktika zur ausseruniversitären Berufsorientierung sind obligatorisch oder empfohlen und werden vor Studienbeginn oder in den Semesterferien absolviert. Praktika, die zum universitären Lehrangebot gehören (wie in Biologie, Chemie und Physik), sind auf Experimente und Demonstrationen ausgerichtete praktische Gruppenveranstaltungen.
  • Tutorate werden die Inhalte einer Vorlesung oder eines Seminars vertieft erklärt und repetiert. Die Tutorinnen und Tutoren sind meist Studierende höherer Semester.
  • Arbeitsgemeinschaften gibt es innerhalb des offiziellen Lehrbetriebs und informell zum Austausch von Vorlesungsskripten oder für gemeinsame Examensvorbereitung.
  • Kolloquien sind Studierenden höherer Semester zur Diskussion von Abschluss- und Forschungsarbeiten vorbehalten.

Alle Lehrveranstaltungen, die Sie im Verlauf des Semesters besuchen möchten, müssen Sie innerhalb einer Frist belegen (=auswählen). Die Belegfrist für das Herbstsemester liegt meist zwischen Anfang August und Mitte Oktober, für das Frühjahrsemester zwischen Januar bis Mitte März. Das Belegen der Lehrveranstaltungen ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Leistungsüberprüfungen und somit für den Erwerb von Kreditpunkten (ECTS/KP). Da die Frist für das Belegen der Veranstaltungen bis einige Wochen ins Semester hineinreicht, kann es sich lohnen, einige davon «versuchsweise» zu besuchen, um sich so die Auswahl bzw. die Entscheidung etwas zu erleichtern.

Für jede Lehrveranstaltung werden Kreditpunkte vergeben, um das zur Erreichung der Lernziele erbrachte Arbeitspensum festzuhalten und zu bestätigen, dass alle Anforderungen erfüllt worden sind. Die Anzahl der Kreditpunkte pro Lerneinheit richtet sich nach dem durchschnittlichen studentischen Arbeitsaufwand, welcher zu erbringen ist. Der Richtwert für einen Kreditpunkt entspricht einer studentischen Arbeitsleistung von 30 Stunden. Für ein Semesterpensum sind 30 KP zugrunde gelegt. So erreichen Sie nach drei Jahren bzw. sechs Semestern die für einen Bachelorabschluss erforderlichen 180 KP. Konkrete Regelungen zu den Leistungsüberprüfungen sind in den jeweiligen Studienordnungen festgehalten und im Vorlesungsverzeichnis vermerkt.

Leistungsüberprüfungen finden beispielsweise durch Prüfungen, schriftliche Arbeiten, Referate oder Übungen statt. Schriftliche oder mündliche Prüfungen finden meistens zu Semesterende statt: der Vorlesungsstoff eines ganzen Semesters – manchmal eines ganzen Jahres – wird geprüft. Viele Prüfungen im ersten Studienjahr finden in Form von Multiple Choice-Prüfungen statt. Mehr Informationen dazu finden sich in den Wegleitungen der Studienrichtungen und im Vorlesungsverzeichnis.